Was ist das Soldaten-Grundfitness-Tool?
Das Soldaten-Grundfitness-Tool (SGT) wurde 2018 eingeführt und ergänzt den Basis-Fitness-Test um eine einsatzorientierte Perspektive. Während der BFT allgemeine sportliche Grundfitness misst, bildet das SGT körperliche Anforderungen ab, die im Gefecht und im Einsatz tatsächlich vorkommen – Lasten ziehen, tragen, heben und sich im Gelände bewegen.
Anders als der BFT ist das SGT nicht verpflichtend und kennt kein Bestehen oder Durchfallen. Es ist ein Ausbildungssteuerungstool: Es macht individuelle Leistungsdefizite sichtbar und hilft, das militärische Fitnesstraining gezielt darauf auszurichten.
Der Unterschied zum BFT
Der Basis-Fitness-Test prüft Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer in drei sportlichen Disziplinen – in Sportkleidung, mit klaren Zeit- und Punktvorgaben. Das SGT geht praxisnäher vor: Es zählt nicht die sportliche Bestleistung, sondern die Fähigkeit, unter realistischer Belastung handlungsfähig zu bleiben.
Die Ausstattung: rund 20 Kilogramm
Der größte Unterschied zum BFT ist die Ausrüstung. Das SGT wird in voller Montur absolviert: Uniform, ballistische Schutzweste der Schutzklasse IV, Gefechtshelm und Handschuhe. Zusammen kommen Bekleidung und Ausrüstung auf ein Gesamtgewicht von rund 20 Kilogramm. Das verändert jede Bewegung spürbar – und genau das ist gewollt, denn im Einsatz trägst du dieses Gewicht ebenfalls.
Die vier Aufgaben (A bis D)
Die Aufgaben werden nahtlos auf einem Parcours im Freien durchgeführt und bilden typische Einsatztätigkeiten ab:
- A – Bewegen im Gelände: Parcours über rund 130 Meter, davon 10 Meter gleitend – etwa Bewegung im Feuerkampf mit Lage- und Richtungswechseln.
- B – Ziehen von Lasten: eine 50 kg schwere Last über 40 Meter ziehen – vergleichbar mit der Rettung einer verletzten Person.
- C – Tragen von Lasten: zwei Lasten zu je 18 kg über 100 Meter tragen – etwa Material- oder Munitionstransport.
- D – Heben und Absetzen: eine 24 kg schwere Last fünfmal auf 1,25 Meter Höhe heben – das entspricht etwa der Ladekantenhöhe von Einsatzfahrzeugen.
Bewertung: das Ampelsystem
Statt Punkten nutzt das SGT ein Ampelsystem: Die Gesamtleistung wird in grün, gelb oder rot eingeordnet. Im „grünen Bereich“ liegt, wer den Parcours in etwa drei Minuten oder schneller bewältigt; gelb und rot zeigen an, wo noch Trainingsbedarf besteht. Weil es kein Pflicht-Bestehen gibt, geht es weniger um Bestehen oder Durchfallen als um eine ehrliche Standortbestimmung der einsatznahen Fitness.
Einordnung: SGT, Kleiderschwimmen und Marschtest
Das SGT steht nicht allein: Neben dem Basis-Fitness-Test für die Basisfitness zählen für die Soldatengrundfitness offiziell drei Nachweise – das Kleiderschwimmen, der Marschtest und das SGT. Gemeinsam decken sie verschiedene einsatzrelevante Fähigkeiten ab, vom Schwimmen in Bekleidung bis zum Marschieren mit Gepäck.
Was das für deine Vorbereitung heißt
Wer sich auf das SGT vorbereiten will, trainiert vor allem funktionelle Kraftausdauer: Tragen, Ziehen und Heben unter Last, kombiniert mit kurzen, intensiven Belastungen. Hilfreich ist Training mit Zusatzgewicht (z. B. Sandsack, Kettlebell, gepackter Rucksack), das die echten Aufgaben nachstellt – idealerweise gelegentlich auch mit Weste, um das Gefühl der Montur kennenzulernen.
Einsatznahe Belastung – und wenn der Körper nicht mehr mitmacht?
Wer die Anforderungen des SGT kennt, weiß: Der Dienst kann an die Substanz gehen. Wird jemand dienstunfähig, entscheidet die richtige Absicherung über die finanzielle Zukunft. Mehr dazu im Ratgeber Dienstunfähigkeit vs. Berufsunfähigkeit. Den jährlichen Pflichttest erklären wir unter Basis-Fitness-Test (BFT).