Was ist der Basis-Fitness-Test – und wer muss ihn machen?
Der Basis-Fitness-Test (BFT) ist der standardisierte Sporttest der Bundeswehr und seit 2010 fester Bestandteil des Dienstsports. Er prüft drei körperliche Grundeigenschaften, die im Dienst und im Einsatz zählen: Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer. Grundsätzlich soll ihn jede Soldatin und jeder Soldat einmal im Jahr ablegen.
Darüber hinaus begegnet er dir an mehreren Stellen deiner Laufbahn: im Auswahlverfahren als Bewerberin oder Bewerber, zu Beginn und am Ende der Grundausbildung – um den Trainingsfortschritt sichtbar zu machen – und später regelmäßig in der Truppe. Damit die Ergebnisse bundesweit vergleichbar sind, läuft der Test in allen Karrierecentern und Einheiten nach denselben Regeln ab.
Der Ablauf am Testtag
Alle drei Disziplinen werden nacheinander absolviert und müssen innerhalb von 90 Minuten abgeschlossen sein – inklusive Aufwärmen und der kurzen Pausen zwischen den Übungen. Abgenommen wird der BFT von eingewiesenen Prüferinnen und Prüfern, die Zeiten und Wertungen erfassen. Wer eine Übung abbricht oder die Mindestanforderung in einer Disziplin nicht erreicht, hat den Test nicht bestanden – kann ihn aber nach sechs Wochen wiederholen.
Disziplin 1: Pendellauf (11 × 10 Meter)
Der Pendellauf prüft Antritt, Schnelligkeit und Wendigkeit. Du startest in Bauchlage auf einer Matte. Mit dem Startpfiff stehst du auf, sprintest zu einer zehn Meter entfernten Pylone, umrundest sie, läufst zurück, legst dich wieder hin und klatschst die Hände hinter dem Rücken zusammen. Dieser Ablauf wiederholt sich, bis du sechsmal aufgestanden bist; danach sprintest du ein letztes Mal zur Pylone, dann stoppt die Zeit.
- Bestanden: die gesamte Strecke in maximal 60 Sekunden.
- Sehr gut: rund 42 Sekunden.
Das Händeklatschen hinter dem Rücken ist kein Schikane-Detail, sondern Teil der Wertung: Es stellt sicher, dass du dich wirklich vollständig abgelegt hast. Wer hier schludert, riskiert, dass eine Wiederholung nicht zählt.
Disziplin 2: Klimmhang
Der Klimmhang misst die Kraftausdauer im Oberkörper. Du fasst die Stange im Kammgriff etwa schulterbreit und ziehst dich so weit hoch, dass dein Kinn über der Stange liegt. Mit dem Anpfiff wird die Starthilfe entfernt – ab jetzt hängst du frei und hältst die Position so lange wie möglich. Gestoppt wird, sobald das Kinn unter die Stange sinkt.
- Mindestanforderung: 5 Sekunden = 100 Punkte (ausreichend).
- Gut: 45 Sekunden = 300 Punkte.
- Sehr gut: 65 Sekunden = 400 Punkte.
Zwischen „ausreichend“ und „sehr gut“ liegen also 60 Sekunden Haltezeit. Wer hier zulegen will, trainiert gezielt Klimmzüge, das freie Hängen am Reck sowie Rücken- und Griffkraft.
Disziplin 3: 1000-Meter-Lauf
Zum Abschluss läufst du 1000 Meter, meist auf einer 400-Meter-Tartanbahn. Der Lauf gilt als bestanden, wenn du die Distanz in höchstens sechs Minuten und 30 Sekunden schaffst. In bestimmten Fällen – etwa aus gesundheitlichen Gründen oder im Assessment-Center für Offiziere – wird der Lauf durch einen 3000-Meter-Test auf dem Fahrradergometer ersetzt; die Zeitvorgabe liegt dort ebenfalls bei 6:30.
Das Punktesystem: Alter und Geschlecht
Jede Disziplin wird über ein Punktesystem bewertet, das bei 100 Punkten (Mindestanforderung) beginnt und für herausragende Leistungen deutlich höher reicht. In die Berechnung fließen Alter und Geschlecht ein: ältere sowie weibliche Teilnehmende dürfen für dieselbe Punktzahl etwas weniger leisten, weil so biologisch bedingte Unterschiede ausgeglichen werden. Faktoren, die du selbst beeinflusst – etwa Rauchen, Ernährung oder Bewegungsmangel – werden dabei nicht berücksichtigt.
Wichtig: Eine bestimmte Gesamtpunktzahl ist nicht nötig. Du bestehst, sobald du in jeder der drei Disziplinen die jeweilige Mindestanforderung erreichst – und die ist für alle gleich.
So bereitest du dich gezielt vor
Alle drei Übungen lassen sich ohne Spezialausrüstung trainieren. Am wirkungsvollsten ist ein Mix aus kurzen, intensiven Sprints für den Pendellauf, Kraftausdauer im Oberkörper für den Klimmhang und Grundlagenausdauer für den 1000-Meter-Lauf. Sinnvoll ist, die Disziplinen ab und zu in der echten Test-Reihenfolge und mit den vorgesehenen Pausen zu üben – so bekommst du ein realistisches Gefühl für Tempo und Belastung.
- Rechtzeitig beginnen: einige Wochen Vorlauf statt Crash-Training kurz vorher.
- Schwachstelle zuerst: trainiere gezielt die Disziplin, die dir am schwersten fällt.
- Regeneration einplanen: ausreichend Pausen, um Überlastung zu vermeiden.
Fit im Dienst – und für den Ernstfall abgesichert?
Der BFT zeigt: Der Soldatenberuf ist körperlich fordernd. Wird jemand durch Verletzung oder Krankheit dienstunfähig, greift die staatliche Versorgung längst nicht immer ausreichend – gerade bei kurzer Dienstzeit. Wie sich Soldaten richtig absichern, erklären wir im Ratgeber Dienstunfähigkeit vs. Berufsunfähigkeit. Den einsatznahen Schwester-Test findest du unter Soldaten-Grundfitness-Tool (SGT).